Mögliche Zölle auf US-Holzimporte in die EU: Was ist bekannt?
Die Europäische Union plant als Reaktion auf die von den USA eingeführten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte Gegenmaßnahmen in Form von Zöllen auf US-Produkte im Wert von etwa 26 Milliarden Euro. Diese Zölle sollen ab dem 1. April 2025 in Kraft treten und betreffen unter anderem Produkte wie Whiskey, Motorräder und Boote. Eine Ausweitung auf Holzimporte wird derzeit geprüft, ist aber noch nicht beschlossen.
Neben den oben angesprochenen und bereits wieder in Kraft gesetzten Maßnahmen prüft die EU-Kommission derzeit die Einführung von weiteren Zöllen auf bestimmte Holzprodukte aus den USA. Die Warentarifnummern umfassen unter anderem folgende Sortimente:
- 4407: Schnittholz
- 4408: Furniere
- 4409: Profiliertes Holz
- 4410: Spanplatten und OSB
- 4411: Faserplatten und MDF
- 4412: Sperrholz
- 4416 & 4418: Verschiedene Holzprodukte
Rundholz scheint nicht Gegenstand der Prüfung zu sein, auch Importe von US-Holzprodukten aus Drittländern unterlägen voraussichtlich nicht den neuen Zöllen, sofern sie verhängt würden. Der genaue Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Zölle ist noch unklar, jedoch sieht der Zeitplan der Kommission auf folgende Seite eine Einführung bis Ende April 2025 vor.
ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/qanda_25_750
Ferner hat die Kommission in einem kurzen online survey die beteiligten Wirtschaftskreise um Feedback gebeten. Der GD Holz und auch die ETTF werden die Umfrage stellvertretend für die Branche beantworten; allerdings ist es wichtig, ein möglichst breites Stimmungsbild an die Kommission zu geben – insofern sind alle von den möglichen Maßnahmen betroffenen Importeure aufgerufen, die Umfrage auch einzeln zu beantworten.
Die Umfrage finden Sie hier:
ec.europa.eu/eusurvey/runner/EU-RL-2025
Der GD Holz befürchtet, dass die entstehenden erhöhten Kosten beim Import nicht an Kunden weitergegeben werden könnten, was zu einem Nachfragerückgang bei Holzprodukten und dann zu einem möglichen Wechsel zu weniger nachhaltigen Materialien wie Kunststoffen führen könnte. In Ermangelung von vorhandenen oder ökonomisch sinnvollen Alternativen zu einem verteuerten Import kann auch nicht auf europäische Sortimente zurückgegriffen werden. Weiterhin werden aus den USA überwiegend Halbfertigprodukte importiert, bei denen ein Großteil der Wertschöpfung nach dem Import in den Binnenmarkt stattfindet, die EU würde also mit einer künstlichen Verteuerung beim Import der Halbfertigprodukte ihrer eigenen Wertschöpfungskette überproportional schaden.
Die EU betont, dass sie trotz der geplanten Gegenmaßnahmen offen für Verhandlungen bleibt, um eine Eskalation des Handelskonflikts zu vermeiden. GD Holz und ETTF setzen sich dafür ein, dass handelspolitische Maßnahmen, die ihren Anfang im Stahl- und Aluminiumsektor haben, nicht auf den Holzhandel übergreifen.
Die Frage, welcher Zeitpunkt für die Zollerhebung greifen wird, ist noch unbeantwortet und auch, ob es möglicherweise eine Altvertragsregelung geben wird. (nop)
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