Auswaschung von Holzinhaltstoffen im Außenbereich
Viele Holzarten, insbesondere dauerhafte Farbkernhölzer, wie z. B. Eiche, Bangkirai, Lärche u. a. enthalten wasserlösliche Inhaltstoffe, die bei Niederschlägen auswaschen und umliegende Konstruktionen wie Pflastersteine oder Fassaden verschmutzen können.
Auswaschungen aus tropischem Laubholz kann z. B. zu Verschmutzungen auf weiß lasierten KVH-Stützen oder der Tragkonstruktion führen (siehe Bilder). Zudem können Hauswand und darunter liegende Gehwegplatten verunreinigt werden – schnell ist der Ärger groß.
Phänomen Auswaschung oder auch Ausbluten
Grundsätzlich sind Ausbluten
bzw. Auswaschungen von Holzinhaltsstoffen bei z. B. Bangkirai und anderen Farbkernhölzern ein bekanntes Phänomen (siehe Tabelle). Es ist ebenfalls bekannt, dass dies am stärksten bei frisch angeschnittenen oder frisch gehobelten Oberflächen auftritt, gerade bei / nach viel Niederschlag. Generelle Einflussfaktoren können sein:
- Herkunft des Materials
- Zeitdauer von Einschnitt / Hobeln bis Einbau
- technische Trocknung (KD-Ware)
- Einbausituation
- Oberflächen-Behandlung
- Grad der Beanspruchung / Abnutzung der Dielen
- Regenintensität.
Bei Auswaschungen werden wasserlösliche Inhaltsstoffe gelöst. Diese Inhaltsstoffe waschen aus den obersten Holzschichten aus. Dieser Vorgang ist abhängig von Intensität und Häufigkeit der Niederschläge. Der Vorgang nimmt mit der Zeit deutlich ab. In einem Gutachten wird von einer Dauer von max. drei Jahren gesprochen, in der Auswaschungen vorhanden sind. Im Einzelfall können diese aber auch länger auftreten. Genaue Angaben dazu macht die Literatur leider nicht.
Was schafft Abhilfe?
Forciert werden können Auswaschungen durch Ablaugen bzw. durch Behandlung mit Holzreiniger/ Holzentgrauer (Bleichmittel). Es wird z. B. empfohlen, Terrassen mit handelsüblichen
Entgrauern zu behandeln (diese enthalten Bleichmittel) und dann gut nachzuspülen. Dabei ist auf geregelten Wasserabfluss zu achten, sonst verschmutzen umliegende Flächen wie Fassaden erneut. Ferner ist zu berücksichtigen, dass mit der Zeit auch Verschmutzungen des Holzes aus der Luft zu Verunreinigung des Niederschlagswassers führen können, das am Holz abtropft oder abläuft.
Verfärbungen an Fassade, Metallelementen oder Fußboden lassen sich mit bleichenden Mitteln, wie z. B. Oxalsäure, verdünntem Wasserstoff-Peroxid, Natrium-Dithionit, o. ä. Bleichmitteln beseitigen. Es gibt zudem spezielle Reiniger für Beton und Stein, die mit Chlor arbeiten.
Im Idealfall kann man durch eine vorherige Bewitterung oder Auswaschung entgegenwirken. Oft kann auch mit Tropfblechen oder anderen konstruktiven Lösungen gearbeitet werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Eine Ölbehandlung reduziert Ausbluten, verhindert sie aber nicht, so die Praxiserfahrung. Eine gute Wirkung erzielt man mit Kombination der Maßnahmen.
Ist es Bangkirai?
Beliebte Holzart für Terrassendielen ist und bleibt Bangkirai. Die Beliebtheit des Holzes führt dazu, dass gelegentlich andere Holzarten als Bangkirai deklariert werden. Diese neigen oft stärker zu Ausblutungen als Bangkirai. Andere ähnliche Holzarten aus der Familie der Dipterocarpaceaen, v. a. Red Balau, Keruing und Kapur werden teilweise Bangkirai-Sortimenten beigemischt und falsch deklariert. Diese Holzarten sind Bangkirai sehr ähnlich, bluten aber stärker aus als echtes Bangkirai.
Verfärbung und Korrosion von Metallen
Holzinhaltsstoffe (im wesentlichen phenolische Stoffe) wirken z. T. korrosiv (s. Tabelle). Verzinkte Bleche werden durch die Auswaschungen (Eluate) nicht angegriffen, sondern lediglich verfärbt. Dies ist auf die Verdünnung und abnehmende Konzentration der Auswaschungen zurückzuführen.
Anders verhält es sich mit verzinkten Schrauben, deren verzinkte Schicht durch Bits oder ähnlichem verletzt ist und eingedreht ins Holz intensiv und dauerhaft mit den Holzinhaltsstoffen in Kontakt bleibt. Das führt dann zu Korrosionserscheinungen an den Schrauben. Aus diesem Grund werden Edelstahlschrauben empfohlen. (zel)
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